Schattenspiel

Dieses Buch bekam ich rein zufällig in die Hand. Von der Autorin hatte ich früher bereits einiges gelesen. Mein Fazit ist lesenswert. Die unglaubliche Geschichte von David Bellino ist auf 524 Seiten teilweise etwas zu langatmig beschrieben. Sehr gut ist es der Autorin gelungen die Charaktere der einzelnen Protagonisten aufzuzeigen. Messerscharf analysiert sie und die Frage die den Leser umtreibt:“ Wer hat Bellino ermordet“, liegt lang im Dunklen, denn jeder hat ein Motiv.

Aber der Reihe nach: In den letzten Tagen des Jahres 1989 lädt David Bellino 4 seiner Freunde aus der Schulzeit in einem englischen Internat, zu sich nach New York ein. Er, David, hat eine vermeintlich steile Karriere hingelegt. Ziehsohn und Erbe eines New Yorker Industriellen, eines Multimillonärs, hat er bereits zu Schulzeiten gelernt nur sich selbst wichtig zu nehmen und nahezu skrupellos seine Ziele zu verfolgen. Diese Art der Selbstdarstellung hält keiner Freundschaft stand. Trotzdem gab es 4 junge Menschen im Internat, die David akzeptierten und mit ihm ihre Träume vom Leben teilten, obwohl David immer wieder seine Einzigartigkeit und seinen zu erwartenden Reichtum hervorhob. Jahre später, alle hatten sich irgendwie aus den Augen verloren, waren sie aber sofort bereit, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen, der Einladung Bellinos nach New York zu folgen. Dann geschieht etwas unfassbares, David wird ermordet. Ebenfalls anwesend und eigentlich schon von ihrer Biografie nicht zum Freundeskreis passend, ist Bellinos Lebensgefährtin Laura.

Die Autorin versteht es, durch Rückblenden und Gegenwart die gescheiterten Lebensträume der einzelnen Protagonisten, so darzustellen, dass ein Jeder als potenzieller Mörder in Frage kommt. Ein Krimi besonderer Art, der rein auf menschlich-psychologischer Weise seine Spannung erhält.