Kanaren

Die Kanarischen Inseln sind eine zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik. Zu ihr zählt:La Graciosa, Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, El Hiero, La Palma und einige kleinere Felseninseln. Auf unserer Reise besuchten wir 6 der bekanntesten,  außer El Hiero,La Palma und den kleinen Felseninseln.   Das Flugzeug brachte uns nach Fuerteventura, Flughafen Puerto del Rosario. Hier startete unsere Bus-Rundreise,  zwischen den Inseln nutzten wir die öffentlichen Fährverbindungen.

Fuerteventura ist   der afrikanischen Küste am nächsten gelegen   (120km) und auch zugleich die älteste der Inselgruppe.Hauptort der Insel ist Puerto del Rosario. Die  Vegetation auf dieser Insel ist karg, bedingt auch durch Fehler der Vergangenheit (Brennholzgewinnung und freilaufende Ziegen) fas baumlos. Erst in jüngster Zeit werden an verschiedenen Stellen, besonders in touristisch genutzten Gegenden Palmen und andere Pflanzen wieder angebaut.

Von  Morro Jable aus   startete  unsere 1. Inselrundfahrt die uns über Costa Calma, Pajara, Betancuria, vorbei an Puerto del Rosario, zur Dünenlandschaft im Nordenosten der Insel und zu Schluß nach Corralejo  brachte. Corralejo ist ein kleines Fischerdorf,  das sich seit Jahren zu einem Tourismuszentrum entwickelt hat.Im Hafen setzten wir mit der Fähre nach Lanzarote über. 


Lanzarote ist abgesehen von La Graciosa die nördlichste der Kanarischen Inseln und Arrecife  die Inselhauptstadt. Lanzarote ist die einzigste Insel des Archipels auf der sich noch  bis ins 18.Jh. Vulkanausbrüche ereignete. Bekannt für die mit schwarzer Lavamasse überzogene Landschaft ist der Timanfaya-Nationalpark. Unsere 2. Inselrundfahrt führte uns von Costa Teguise zum Timanfaya-Nationalpark,dann entlang des  riesigen Weinanbaugebietes auf den Lavafeldern,nach San Bartolomé, zum Casa Museo del  Campensino in  Mozaga, weiter über Nazaret und vorbei an der Windmühle bei Teguise, zum hoch im Norden gelegenen Fischerdorf Orzola. Im Hafen wartete auf uns ein kleineres Ausflugsschiff, das uns bei sehr bewegtem Seegang rund um die Landspitze von Lanzarote auf die Insel La Graciosa brachte. Auf der Rückfahrt kamen wir durch das Tal der 1000 Palmen und dem Dorf Haria. Weiter fuhren wir über den Mirador de Haria (Aussichtspunkt Risco de Famara (475m)).Von hier oben hat man einen schönen Ausblick über das fruchtbare grüne Tal mit den terrassenförmig angelegten Feldern und einen wunderbaren Blick auf die Westseite von Lanzarote.

Am zentralsten Ort, fast genau im geographischen Mittelpunkt der Insel befindet sich das Bauern- und Handwerksmuseum Casa-Museo del Campesino, das 1968 von dem berühmten kanarischen Bildhauer und Architekten César Manrique zusammen mit Jesús Rafael Soto geschaffen wurde.In den Räumen des Museums, das eine Hommage an die Volksarchitektur ist, werden zahlreiche Objekte und Werkzeuge gezeigt, wie wie Kamine, Gemüsebeete, Brunnen, Höfe, Tischlereien oder Weinpressen, die mit der Kultur und Landwirtschaft Lanzarotes in Zusammenhang stehen. Daneben sieht man  im Museo   Keramik, Stickereien, eine Weberei und ein rekonstruierte Küche. Vor dem im typischen Inselstil renovierten Museumshaus mit grünen Türen und Fenstern, strahlend weißen Wänden und Dächern erbaute César Manrique auf einem schwarzen Steinhügel, der als La Peña de Tajaste bezeichnet wird (eine kleine Insel, die nicht durch die Vulkanaktivitäten beeinflusst wurde), eine monumentale bizarre Skulptur aus ausgedienten weißen Wassertanks und Schiffsteilen, das Monumento al Campesino. Diese 15 Meter hohe Skulptur zu Ehren der Bauern der Insel, das so genannte "Denkmal der Fruchtbarkeit", fällt durch eindrucksvolle geometrische Formen auf.


La Graciosa ist die nördlichste der Kanarischen Inseln. Der normannische Seefahrer Jean de Béthencourt nannte sie bei ihrer Entdeckung 1402die Anmutige. Die Insel gehört zum  Chinijo-Archipel, zu dem noch einige weitere kleinere Felseninseln nördlich Lanzarotes zählen. Der Hauptort ist Caleta del Sebo. Die Bewohner der Insel leben hauptsächlich vom Fischfang und Tourismus. Die Straßen sind Sandpisten. Die Vegetation beschränkt sich auf einige wenigen buschartig wachsende Pflanzen. Die Erhebungen, zwischen 157m und 266m, bestehen aus erloschenen Vulkanen, die teilweise spektakuläre tiefe Krater aufweisen.

 

Von Arrecife auf Lanzarote brachte uns eine Fährer  nach Gran Canaria. Hier wechselten wir nach einem 2stündigen Zwischenstopp auf die Fähre nach Teneriffa.

Teneriffa ist nicht nur die größte, sondern auch die bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln. Die Hauptstadt ist Santa Cruz de Tenerife. Es herrschen hier, wie auf alle anderen Inseln des Kanarenarchipels, ganzjährig milde Temperaturen.  Der Pico del Teide (Schichtvulkan)ist mit 3718m die höchste Erhebung der Kanarischen Inseln und der höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet. Seine Hänge sind kaum bewachsen. Er erhebt sich aus einer riesigen Caldera(Krater) mit 17 Kilometer Durchmesser namens Las Cañadas.Der letzte Ausbruch innerhalb der Caldera ereignete sich im Jahre 1798 an den Narices del Teide (Nasenlöcher des Teide), die an der Flanke des westlichen Nachbarvulkans Pico Viejo (3134 m) liegen. Die 3.Inselrundfahrt begannen wir an der Westküste in Puerto de la Cruz. Die Straße schlängelt sich auf halber Höhe an den grünen Berghängen entlang und beeindruckte mit einem atemberaubenden Blick auf  Felsenküste und  steilen Klippen an die der Atlantik brandet. Oft wird die Straße links und rechts von Bananenplantagen eingerahmt. Kleine Fischerdörfer schmiegen sich an Berghänge und auf  Klippen über dem Ozean. Wie z.B. das malerische Dörfchen Punta Brava. Etwas abseits hoch in den Bergen liegt der kleinen Ort Icod de los Vinos, der vor allem eine Atraktion besitzt: den weit über 600 Jahre alten Drachenbaum. Nun führte uns die Straße wieder an die Küste zum Fischerort Garanchico.Die Stadt Garachico mit ihrem Hafen wurde unmittelbar nach der Eroberung Teneriffas 1496 gegründet. Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich Garachico zum wichtigsten Hafen der Insel, zu dessen Sicherung gegen u.a. englische Freibeuter 1575 die heute noch intakte Hafenfestung das Castillo de San Miguel errichtet wurde. Das Ende Garachicos als Handelszentrum kam aber am 5. Mai 1706 mit dem Ausbruch des oberhalb des Ortes gelegenen Montaña del Estrecho (Volcán Garachico), in dessen Verlauf die Lavamassen den Hafen Garachicos zum größten Teil verschütteten, lediglich Kirche und  Kloster wurden verschont. Die Überreste der Lavamassen bildet heute eine bizzare Attraktion im alten Hafenbecken des Ortes. Nun musste unserem Busfahrer seine Fahrkünste unter Beweis stellen, denn  in engen Serpentinen führte eine kleine Straße hinauf auf den Mirardor de Garanchico (Aussichtspunkt).Auch hier bot sich uns ein fantastischer Blick auf Teile der Westküste und den Ort Garanchico. Danach besuchten wir  den Teide-Nationalpark mit dem riesigen Krater(Caldera).

Eine wichtige Verbindung zwischen der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und dem Süden der Insel bildet die Autobahn, über die wir die Hafenstadt Los Christianos erreichten. Hier hat sich ebenfalls, ähnlich  Puerto de la Cruz an der Westküste,  ein touristisches Zentrum entwickelt. Im Hafen nahmen wir Fähre zur landschaftlich sehr beeindruckende Insel La Gomera.

La Gomera ist nach El Hiero die zweitkleinste der sieben Hauptinseln des Kanarischen Archipels. Der Hauptort der Insel ist San Sebastian de la Gomera. Die Insel besitzt mehrere Vegetationszonen. Aufgrund ihrer Höhenlage und ihres Mikroklimas sind diese sehr unterschiedlich. Im Norden der Insel finden sich ab 500 Meter Höhe Lorbeerwälder und immergrüne Farne. Über 1000m Höhe geht alles fließend in Heidemischwald über. Im regenarmen  Süden der Insel dominieren nur noch karge Sträucher wie der Wacholder und die Kanarenpalme. In Küstennähe befinden sich Pflanzen die auf eine salzhaltige Meeresbrise angewiesen sind. La Gomera ist geprägt durch tiefe Talschluchten und markante Vulkanschlote. Inmitten La Gomeras liegt der Nationalpark Garajonay, der rund 10 Prozent der Inselfläche bedeckt. Die Wälder im Park sind  Lorbeerwälder, die aufgrund der fehlenden Eiszeit hier noch existieren. Das Herzstück des Nationalparks besteht aus immergrünem Nebelwald mit bis zu zwei Meter hohen Farnen, von den Bäumen hängenden langen Bartflechten, mit Moos bewachsenen knorrigen Ästen und Bächen mit einigen wenigen Wasserfällen. Sehr typisch für die Insel sind die Terrassenfelder, die in früheren Zeiten landwirtschatlich genutzt wurden, heute aufgelassen und von der Natur zurück erobert sind. Ein lukrativer Erwerbszweig war das Absammeln der Cochenillen-Schildläuse, die auf den Opuntien(Kaktusfeigen) leben. Denn aus diesen Läusen konnte man den begehrten und hoch gehandelten roten Farbstoff gewinnen. Mit der Erfindung synthetischer Farbstoffe brach kurze Zeit später die viel aufwändigere Cochenille-Produktion zusammen. Damit verbunden war dann Ende des 19.Jh. die zweite große Auswanderungswelle. Bis heute hat sich auf La Gomera die Pfeifsprache El Silbo erhalten. Sie wurde von den Ureinwohnern, den Guanchen genutzt und ist über große Distanzen gut zu hören. Sie  wird heute als Kulturgut  gepflegt und  den Kinder in den Grundschulen (Pflichtfach) gelehrt. Viele Touristen erwandern die Insel Jahr für Jahr.

Vom Hafen der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife brachte uns dann die  Fähre nach Gran Canaria.

Gran Canaria ist die drittgrößte der Inseln des Kanarischen Archipels und die Hauptstadt  Las Palmas de Gran Canria. Das reizvolle an der Insel sind die verschiedenen Klimazonen. Der Norden ist feucht und verzeichnet oft ergiebige Niederschläge, der Süden hingegen  trocken.   Bekannt ist der Süden durch seine Dünenlandschaft von Maspalomas und Playa del Inglés. San Augustin ,Maspalomas und Playa del Inglés sind die touristischen Zentren der Insel. Sie werden jährlich von ca 2,8 Mio Besuchern frequentiert. Unsere Inselrundfahrt brachte uns zunächst  zum Jardín Botánico Canario.  Danach besuchten wir nach einer spektakulären Serpentinen-Fahrt die uns  hoch in die Berge Gran Canarias führte den Wallfahrtsort Teror.Durch seine Lage im nördlichen Inselinneren ist Teror von den Auswüchsen der Tourismusindustrie verschont geblieben und ist heute einer der ursprünglichsten Orte auf Gran Canaria.In der Kirche "Nuestra Señora del Pino" befindet sich eine Statue der Jungfrau Maria mit dem Kind (Virgen del pino).Sie ist die Schutzheilige von Gran Canaria und deshalb finden von Mitte August bis Mitte September Feierlichkeiten zu ihren Ehren statt. Publikumsmagnat ist der wöchentlich stattfindende Bauernmarkt, auf dem man unteranderem typische kulinarische Produkte der Region und der gesamten Insel findet.  Danach war der kleine Ort Firgas das nächste Ziel. Besonders sehenswert ist der Paseo de Gran Canaria - eine Treppenstraße. Mit aufwändiger Kachelkunst werden hier im unteren Teil die 21 Gemeinden Gran Canarias mit jeweils einer eigenen Keramikbank dargestellt. Im oberen Teil befinden sich ebenfalls auf Kacheln, die sieben kanarischen Inseln.  Von Firgas aus fuhren wieder der im Küste entgegen. Vorher besuchten wir aber den Ort Arucas mit dem Wahrzeichen der Stadt die Kirche San Juan Bautista (Johannes der Täufer). Sie wurde von 1909-17 im neugotischen Stil aus dunklem Basaltstein erbaut. Puerto de las Nieves ein Fischerdorf,  von den Einheimischen als beliebter Badeort geschätzt, war unser nächstes Ziel. An der Westseite der Insel gelegenes von hohen Bergen umgeben, liegt dieser Ort in einer geschützten Bucht. Von hier aus starteten wir die Rückfahrt, die uns über die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria zurück zu unserem Ausgangsort Maspalomas brachte.

Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo ist der volle Name des Gartens. Er liegt im Norden der Insel nahe der Hauptstadt Las Palmas,sehr geschützt im Tal der Caldera de Pino Santo und besteht aus ca 500 allesamt auf der Insel heimischen Pflanzen. Beeindruckend ist die Vielzahl von Kakteen und Sukkulenten.

Fast am Ende unseres Inselhoppings angelangt, brachte uns ein letztes Mal die Fähre vom Hafen der Hauptstadt Las Palmas zurück nach Fuerteventura, zum Hafen von Morro Jable. Wenige Tage später flogen wir von Puerto del Rosario wieder zurück nach Deutschland.