Boltenhagen

 

 ...September 2014-endlich war es wieder so weit! Mit dem eigenen PKW fuhren wir über Autobahnen Richtung Hannover, Hamburg, Lübeck und Wismar. An der Ausfahrt Grevesmühlen wechselten wir dann auf eine der wunderschönen Kastanienalleen hier im Klützer Winkel, die uns direkt in das Ostseebad Boltenhagen führte. Zwei schöne entspannte Wochen wollen wir hier mit vielen Spaziergängen am Strand, an der Steilküste, Besichtigungen der Umgebung und einer großen Portion Erholung, verbringen.

Boltenhagen trägt als anerkanntes Seeheilbad den Titel Ostseebad. Die kleine Stadt hat ca. 2.420 EW und liegt im Nordwesten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Ein langer Sandstrand am Ende einer Bucht, umgeben von landschaftlich reizvollen Steilküsten, ist das Besondere und Einzigartige an Boltenhagen. Die Halbinsel Tarnewitz trennt die Bucht und Sandstrand vom Fischereihafen und dem neu angelegten Yachthafen Weißer Wiek. Die Nähe zu Lübeck und Wismar macht das Ostseebad auch für Wochenendausflüge und Kurzurlaube sehr atraktiv. Der älteste Ortsteil Tarnewitz wurde bereits 1230 urkundlich erwähnt. Landschaftlich ist die Steilküste - Großklützhoved - ein Juwel. Egal zu welcher Jahreszeit, eine Wanderung entlang dieser Küste ist Erholung pur.

Ostseeheilbad Boltenhagen:

Spaziergänge am Strand:

Natur pur an der Steilküste:

 

Klütz ist der zentrale Ort im Klützer Winkel. Bereits in der Bronzezeit wurde nachweislich hier gesiedelt. Seit dem 14,. Jh. herrschten in Klütz wechselnde Ritterfamilien. Graf Caspar von Bothmer kaufte dann im 18.Jh. weite Teile des Klützer Winkels auf und baute sich dort ein ein Schloß. Umgeben wird  das barocke Schloß Bothmer von einer im englischen Stil gehaltene Parkanlage mit beeindruckenden Kastanienalleen. Die wohl berühmteste Allee ist aber die 250 Jahre alte Festonallee mit spalierartig gezogen und beschnittenen Linden. Die barocke Backsteinkirche St. Marien ist mit ihrem Turm weithin sichtbar. Halle und Chor stammen bereits aus der Zeit vor 1230 als die Spätromaik in die Backsteingotik überging. Als 1905 eine Bahnline von Klütz nach Grevensmühlen gebaut wurde, entstand auch der Bahnhof.

 

Die Halbinsel Poel liegt nordwestlich von Boltenhagen in der Wismarer Bucht. Der Hauptort ist Kirchdorf, am Ende des tief vom Süden einschneidenen Kirchsees. Poel ist über einen befahrbaren Damm mit dem Festland verbunden. Erste Erwähnung fand Poel, genauer noch der Ort Fährdorf auf Poel, bereits 1163. Von da an bis zum Dreißigjährigen Krieg wechselte die Insel sehr häufig ihre Besitzer. Anfang des 17.Jh. entstand auf Poel Schloß und Festungsanlage. Während des Krieges wurde die Festung mal von den Dänen, von Wallenstein, den Mecklenburgischen Herzögen und schließlich im Westfälischen Frieden von den Schweden okupiert. Nachdem die Schweden Wismar zur Festung ausbauten hatten sie kein Interesse mehr an der Festung und Schloß auf Poel und somit verfiel beides. Als dann im 18.Jh. ein großér Sturm das Schloß vollends zum Einsturz brachte nutzen die Poeler die Ruinen als Steinbruch. 1903  kehrt die Insel Poel wieder an Mecklenburg zurück, nachdem die Schweden den Verzichtsvertrag unterzeichnet hatten. Heute leben auf Poel ca 2.488 Ew, die sich auf mehrere Ansiedlungen verteilen. Der romanische Bau der Kirche in Kirchdorf geht bereits auf das 12.Jh. zurück. Der Timmendorfer Leuchtturm, ebenso wie der Gollwitzer, dienen als Leuchtfeuer für die Einfahrt in die Wismarer Bucht. Die schönen Sandstrände in Timmendorf, am Schwarzen Busch und in Gollwitz sind ein bekanntes Urlaubsdomizil. Wer es eher ruhiger mag, der sucht die Naturstrände in Neuhof und Seedorf auf. Ein Tipp: am Rande von Kirchdorf, in Richtung Schwarzer Busch, befindetet sich das Gut Oertzenhof und das Kunst-Cafe Frieda.  Malerisch gelegen und liebevoll restauriert bietet es den Cafebesuchern eine Vielzahl von selbstgebackenen Kuchen  und Torten.

 

Die Hansestadt Wismar liegt am südlichen Ende der durch die Halbinsel Poel geschützte Wismarer Bucht. Mit über 42.000 Ew zählt Wismar zu den größeren Zentren von Mecklenburg-Vorpommern. Die sehr schön restaurierte Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.  Im 12.Jh. wurde Wismar bereits urkundlich erwähnt. Denn dänische Könige nutzten die geschützte Wismarer Bucht um ungestört an Land gehen zu können. Schon einige Jahre nach Stadtgründung wurde Wismar Mitglied der Hanse. Gesandte aus Lübeck,Rostock und Wismar trafen sich hier um einen Schutzvertrag gegen Seeräuberei zu schließen, den wendischen Städtebund. Zusammen mit Hamburg,Lübeck,Rostock,Stralsund und dem wendischen Städtebund wurde Wismar im Mittelalter ein wichtiges Mitglied. Die hanseatische Tradition ist bis heute deutlich spürbar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Wismar 1632 von Schweden erobert und fiel im Westfälischen Frieden 1648 zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als kaiserliches Lehen an die schwedische Krone. bis 1815 hieß das Gebiet um Wismar Schwedisch-Pommern. De facto endete die schwedische Herrschaft bereits 1803, aber endgültig fielen die Stadt und die umliegendene Gebiete erst 1903 an Mecklenburg zurück. Der Wismarer Marktplatz ist einer der flächenmäßig größte in Deutschland. Die liebevoll restaurierten hanseatischen Schmuckgiebelhäuser begrenzen den Platz. Auf ihm steht das Wahrzeichen der Stadt die Wismarer Wasserkunst von 1605 im Renaissancestil erbaut. Das backsteingotische Giebelhaus Alter Schwede ist ebenso ein Wahrzeichen der Stadt. Die Kirchen der Stadt, St.Georgen,Nikolaikirche,St.Laurentius bestechen durch ihre imposante Größe und Wuchtigkeit. St. Marien wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Luftmine getroffen, so dass heute nur noch Turm und Grundriss dieses Kirchenbaues an seine einstmal monumentale Größe erinnern. Die Hl.Geist Kirche stammt  aus dem 14.Jh. und war seinerzeit Hauptkirche des gleichnamigen Hospitals. Ebenfalls einen Besuch wert ist der historische Alte Hafen, mit Baumhaus und den Schwedenköpfen, das alte Wassertor und das denkmalgeschützte Fachwerkhaus "Gewölbe" aus dem 17.Jh.

 

 

Schwerin die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist mit 91.500 Ew die zeitgrößte Stadt des Landes.Sie erhielt bereits 1160  Stadtrechte und ist somit die älteste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin liegt am Südufer des Schweriner Sees, umgeben von einer waldreichen Seenplatte. Zahlreiche weitere Gewässer gehören dadurch zum Stadtgebiet. Schwerin wird gern als "Stadt der sieben Seen und Wälder" genannt. Beeindruckendes Wahrzeichen der Stadt ist das wieder im hellen Sandstein erstrahltende Schweriner Schloß, das bis 1918 Hauptsitz der mecklenburgischen Herzöge war und heute teils als Museum fungiert. Der Mecklenburgische Landtag residiert ebenfalls hier im Schloß. Die Altstadt Schwerins ist nach einem verheerenden Brand im 19.Jh fast gänzlich wiederaufgebaut worden und wird deshalb von Klassizistischen- und im Jugendstil erbauten Häusern geprägt. Neben der Besichtigung des Schloßes lohnt sich immer ein Rundgang durch die Altstadt, mit einem anschließenden Besuch im Cafe Prag.