Heidelberg

Heidelberg ist auch nach vielen Jahren wieder einmal eine Reise wert. Besonders an einem warmen Spätherbsttag...

Heidelberg ist idyllisch nahe der Neckarmündung in den Rhein gelegen, am Rand des Odenwaldes und am Beginn der Bergstraße, die sich von dort nach Norden am Fuß des Odenwaldes entlang zieht. Die Ruprecht-Karl-Universität ist eine der ältesten deutschen Hochschulen und hier in der ehemaligen kurpfälzischen Residenzstadt angesiedelt. 

Heidelbergs Wahrzeichen ist Deutschlands größte Schlossruine. Hoch über dem Neckar ist diese bereits weithin sichtbar. Schon im 13.Jh. wird in Heidelberg eine Burg erwähnt. In den nachfolgenden Jahrhunderten entstand  eine der prächtigsten Schlossanlagen, an der mehrere Generationen der Kurfürsten von der Pfalz an- und umgebaut haben. Zur Zeit Kurfürst Friedrich IV. (1574-1610) gelangten Schloss und Stadt zu ihrer höchsten Blüte. Der Niedergang begann während der Regierungszeit seines Sohnes und Nachfolgers Friedrich V.(1596-1632), der  auch  als  "Winterkönig"  bekannt  wurde.   Sein politisches Wirken  führte unter  anderem  zum  Dreißigjährigen Krieg (1618-1638). Belagerung und Teilzerstörung waren Folgen für das Heidelberger Schloss. Die endgültige Zerstörung erfolgte  im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Als Vorwand versuchte der  französischen König Ludwig XIV. das Erbe des kinderlos verstorbenen Kurfürst Karl III. von der Pfalz an sich zu bringen, angeblich, um es für seine Schwägerin Elisabeth Charlotte (Liselotte) von der Pfalz (1652-1722) zu sichern. Ihr Urgroßvater war jener Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz, der noch heute in einem Studentenlied besungen wird. Er galt als gesellig, feierfreudig und notierte akribisch genau, wann er mal wieder einen über den Durst getrunken hatte, oder wie er es nannte :"bin mal wieder fol gewest":

 Wütend wälzt sich…           

Wütend wälzt sich einst im Bette Kurfürst Friedrich von der Pfalz.
Wider aller Etikette rülpste er aus vollem Hals:
Wie kam gestern ich ins Nest, valera? Bin scheint's wieder voll gewest, valera!
Wie kam gestern ich ins Nest? Bin scheint's wieder voll gewest! 

"Na ein wenig schief geladen", grinste drauf der Kammermohr,
"selbst von Mainz des Bischofs Gnaden, kamen mir benebelt vor."
War halt doch ein schönes Fest, valera! Alles wieder voll gewest, valera!
War halt doch ein schönes Fest! Alles wieder voll gewest! 

"So? Du findest das zum Lachen? Sklavenseele, lache nur!
Künftig wird' ich's anders machen, Hassan, höre meinen Schwur:
's letzte Mal, bei Tod und Pest, valera, war es, daß ich voll gewest, valera!
's letzte Mal, bei Tod und Pest, war es, daß ich voll gewest, valera!" 

"Will ein christlich Leben führen, ganz mich der Beschauung weihn;
Um mein Tun zu kontrollieren, trag ich's in ein Tagbuch ein.
Und ich hoff, daß ihr nicht lest, valera daß ich wieder voll gewest, valera.
Und ich hoff, daß ihr nicht lest, daß ich wieder voll gewest." 

Als der Kurfürst kam ins Sterben, machte er sein Testament,
und es fanden seine Erben auch ein Buch in Pergament.
Drinnen stand auf jeder Seit', valera: Seid vernünftig liebe Leut',valera
dieses geb’ ich zu Attest: Heute wieder voll gewest! 

Hieraus mag ein jeder sehen, was ein guter Vorsatz nützt,
und wozu auch widerstehen, wenn der volle Becher blitzt?
Drum stoßt an! Probatum est, valera: Heute wieder voll gewest, valera!
Drum stoßt an! Probatum est: Heute wieder voll gewest!

Text: August Schuster, Musik: Karl Hering 1887

(zum Andenken an Charly)

Hier gibt es die Melodie:     http://www.youtube.com/watch?v=DtqZRSIyjkU 

(Quelle: Wikipedia)

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