Der Duft der Muskatblüte

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Dieser Roman von der Autorin ist unbedingt lesenswert. Wer große Familiensagas liebt, gesellschaftskritische Einblicke in die zurückliegenden Jahrhunderte mag, ist bei diesem Roman richtig.

Portugal im 16.Jh., eine Familiensaga die auch in Indien besser der damaligen portugisischen Kolonie Goa spielt. Die Familie da Silveira, Edelleute, Händler und Seefahrer, ist eine große Familie, die über Generationen hinaus reich geworden ist. Sie unterhält in Portugal ein Handelshaus für Gewürze und Spezereien und in den Kolonien Brasiliens und Indiens Plantagen und Handelshäuser. Dom Fernao, der Patriarch steht dem Familienverband bevor. Sein Sohn Alessandro ist der Kapitän der Flotte die Mitte des 16.Jh. nach Goa aufbricht um dorthin lebensnotwendige Dinge, die die Menschen die dort leben, benötigen und der auf der Rückfahrt die begehrten Gewürze nach Portugal bringt. So funktionierte der Handel zwischen Mutterland und Kolonie.Was Alessandro anfänglich nicht weiß, seine Schwester Ana befindet sich versteckt an Bord. Unglücklich wie sie seit der Verlobung mit Luis de Brissac ist, sah sie keinen anderen Ausweg mehr als zu fliehen. Lieber wollte sie eine ungewisse Zukunft, als eine an der Seite dieses Mannes. Eine Ungeheuerlichkeit, die sich Ana herausnahm, in den Augen der damals so sittenstrengen Gesellschaft Portugals. Als Ana während eines Sturms auf hoher See entdeckt wird, bricht für ihren Bruder Alessandro eine Welt zusammen. Für ihn gibt es nur eines, Ana wohl oder übel mit nach Goa zu nehmen und dann wieder wohlbehalten nach Portugal zu bringen und selbstverständlich in die Arme ihres Verlobten zu übergeben.
In Goa lebt Geoffrey Glanville, ein Engländer und Ziehkind von Dom Fernao. Geoffrey ist mit Alessandro und Ana aufgewachsen. Das Handelshaus der Familie Silveira vertritt er dort recht erfolgreich. Als nun die unglückliche Ana dort ankommt, macht ihr Geoffrey einen entscheidenden Vorschlag. Er will sie heiraten, damit muss sie nicht nach Portugal zurück. Sie willigt ein. Die Hochzeit wird eilig durchgeführt und Alessandro vor vollendete Tatsachen gestellt. Dieser reist wutentbrannt ohne Ana ab. Diese Widersetzung wird er lebenslang nicht verwinden und nach dem Tode Dom Fernaos, der Ana längst verziehen hat, kündig Alessandro, der nun Familienoberhaupt ist, Geoffrey die Zusammenarbeit. Eine Zeitlang leben sie noch in Goa, Geoffrey, Ana und die Kinder, aber Anas Heimweh ist so groß, dass sie beschließen nach Portugal zurückzukehren...
Dies kann nur ein kleiner Ausschnitt aus dem 604 Seiten umfassenden gesellschaftskritischen Epos sein. Dieser Roman umfasst eine Zeitspanne von 22 Jahren, die aber trotz der Kürze ein genaues Bild des Lebens, welches die Edelleute Portugals in der Mitte des 16.Jh. führen, aufzeigt.


Ich finde diesen Roman sehr gelungen und hoffe, dass die Autorin eine Fortsetzung geplant hat.